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Was wird die Piusbruderschaft Rom antworten?
par Jean Kinzler 2012-07-17 08:40:26
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Was wird die Piusbruderschaft Rom antworten? – Ein „Es war nett, doch nein danke“, kann es nicht gewesen sein

(Vatikan/Castel Gandolfo/Menzingen) Am vergangenen Samstag, 14. Juli gab das Generalhaus der Piusbruderschaft kurz nach 17 Uhr das Ende des Generalkapitels bekannt, daß es zu den Versöhnungsgesprächen mit Rom eine „allgemeine Erklärung an Rom“ richten werde, die dann veröffentlicht würden.

Über den Inhalt des Generalkapitels sind bisher nur vereinzelte Details bekannt. Wie die katholische Nachrichtenagentur der Schweiz berichtet, wurde das von Bischof Fellay gegen Bischof Richard Williamson verhängte Teilnahmeverbot wegen „anhaltenden Ungehorsams“ von einer großen Mehrheit der Oberen bestätigt. Von 38 abgegebenen Stimmen, sprachen sich 29 Obere für den Ausschluß Williamsons aus, neun stimmten dagegen. KIPA wertet das Abstimmungsergebnis als deutliche Stärkung der Position des Generaloberen und damit der Bemühungen um eine Versöhnung mit Rom.

Diesbezüglich schrieb der progressive spanische Religionsjournalist José Manuel Vidal unter Berufung auf den spanischen Oberen, daß eine Versöhnung „definitiv gescheitert“ sei, da die am 13. Juni von Rom übergebene Präambel für die Piusbruderschaft „inakzeptabel“ sei. Daß eine Unterschrift unter die Juni-Präambel, die fast wörtlich der Präambel-Fassung vom September 2011 entspreche, wohl unmöglich sei, hatte Msgr. Fellay dem damaligen Präfekten der Glaubenskongregation noch in Rom mitgeteilt. Da Vidal der einzige ist, der in diesen Tagen eine Veröffentlichung wagte, wurde seine Meldung vieldutzendfach von Journalisten und Blogs aufgegriffen. Es hieß, am Sonntag werde die Erklärung der Piusbruderschaft veröffentlicht. Darin werde sich die Bruderschaft bei Rom bedanken für die Gespräche und die Möglichkeit, die ihr gewährt wurde, ihre Position darzulegen, aber gleichzeitig ein „Nein“ zur Versöhnung mitteilen.

[Der Distriktobere von Spanien und Portugal der Piusbruderschaft, Pater Juan Maria de Montagut dementierte inzwischen Vidal und verlangte eine Richtigstellung. Ein Beispiel mehr für offensichtlich immer neue gezielte Störfeuer, die entfacht werden. Dazu gehört auch jene mediale Begleitmusik im deutschen Sprachraum rund um Msgr. Richard Williamson, mit der die Piusbruderschaft indirekt in die Nähe von Antisemitismus und Holocaustleugnung gerückt werden soll. Unschwer läßt sich hinter dieser Absicht der Wunsch erkennen, daß die Gespräche zwischen Econe und Rom scheitern sollen. Doch soweit ist es noch nicht. Das Generalhaus selbst teilte inzwischen mit, daß sich jedes Mitglied des Generalkapitels durch einen Eid auf die Heilige Schrift zum Stillschweigen über Inhalt und Verlauf der Kapitelversammlung verpflichtet hat. Von Journalisten und im Internet veröffentlichte Angaben zum Generalkapitel werden daher rundweg dementiert, verbunden mit der Aufforderung, keine selbsterfundene Gerüchte in die Welt zu setzen.]

Papst Benedikt XVI. besuchte gestern, Sonntag, die Stadt Frascati in der Nähe von Rom. Der Bischofssitz ist mit der Kardinalswürde von Staatssekretär Tarcisio Bertone verbunden. Der Papst wollte im Zuge teils wilder Gerüchte rund um Spannungen innerhalb der römischen Kurie, Intrigen und der Vatileaks-Affäre ein Signal der Verbundenheit mit Kardinal Bertone setzen. In seiner Predigt ging das Kirchenoberhaupt in besonderer Weise auf das Zweite Vatikanische Konzil ein. Sicher kein Zufall an einem Tag, an dem die Antwort der Piusbruderschaft erwartet wurde. Der Papst legte wert, zu betonen, daß das Konzil „viel zu sagen“ habe und forderte auf, dessen Dokumente erneut zu lesen, aber auch „neu“ zu lesen. Eine Aufforderung, die sich offensichtlich an Progressisten wie Traditionalisten richtete, das Konzil im Licht der Tradition zu „entdecken“. Um diesen Zusammenhang zu verdeutlichen, forderte Benedikt XVI. gleichzeitig auch auf, den Katechismus zu lesen.

Unterdessen scheint es unwahrscheinlich, daß die Piusbruderschaft die jahrelangen theologischen Gespräche und dann ein Dreivierteljahr der Versöhnungsgespräche einfach mit einem „Es war nett, aber Nein, danke“ beendet. Zuviel ist seit dem 13. Juni, der eine Negativwende einzuleiten schien, geschehen.

Kardinal Levada ist nicht mehr Präfekt der Glaubenskongregation. Papst Benedikt XVI. ernannte Kurienerzbischof Di Noia zum Vize-Präsidenten von Ecclesia Dei und entzog damit offensichtlich dem neuen Glaubenspräfekten, dem ehemaligen Regensburger Bischof Müller diesen Arbeitsbereich, den bisher Kardinal Levada ausfüllte.

Di Noia ließ umgehend weitgehende Gesprächsbereitschaft erkennen, betrachtete Ende Juni eine Einigung als zum Greifen nahe und mobilisierte „seinen“ Dominikanerorden kurz vor Beginn des Generalkapitels der Piusbruderschaft, für die Versöhnung zu beten. Laut Riposte Catholique teilen sich die Befürworter einer Versöhnung mit der Piusbruderschaft im Vatikan in zwei Gruppen. Der amerikanische Kurienerzbischof Di Noia gehört zur Gruppe der „Gherardinianer“. Sie vertreten auf der Linie von Msgr. Brunero Gherardini den Standpunkt, daß alle zwischen Econe und Rom strittigen Passagen in den Dokumenten des Zweiten Vatikanischen Konzils keineswegs unantastbar sind und daher selbstverständlich diskutiert werden können. Die Theologen der Tradition können also die Diskussion dazu eröffnen und offen führen und bei Bedarf werde das unfehlbare kirchliche Lehramt irgendwann strittige Fragen klären. Eine Lösung „von unten“ sozusagen, die jene natürliche Entwicklung voraussetzt, wie sie die Kirchengeschichte auszeichnet.

Ihnen stehen die „Levadianer“ gegenüber, benannt nach dem inzwischen abgetretenen Glaubenspräfekten, die eine Lösung „von oben“ anstreben. Sie halten ebenso die strittigen Punkte des Konzils zwar nicht für unantastbar, halten aber die Tatsache für unerträglich für das Erscheinungsbild der Kirche, gewissermaßen eingestehen zu müssen, daß über einen Zeitraum mehrerer Jahrzehnte offiziell eine Fehlentwicklung akzeptiert wurde. Daher versuchen sie, diese sich möglicherweise auftuende Schwachstelle durch eine „akrobatische“ (Riposte Catholique) Theorie der Kontinuität zu überbrücken, belasten damit aber die Gesamtfrage unnötig mit der Frage nach der Verbindlichkeit und damit mit der Frage nach der Anerkennung des gesamten Konzils.

Wie die französische Internetseite Riposte Catholique schrieb, hakten die Verhandlungen seit September 2011 offensichtlich auch daran, daß sie auf Distanz geführt wurden. Es gab keine wirklichen Verhandlungsgespräche, in denen sich beide Seiten gegenüber saßen. In denen zunächst auf informeller, aber direkter persönlicher Ebene nach einer Einigung gesucht wird, ehe man offizielle Dokumente austauscht. Diese persönliche Dimension, die zur Schaffung einer soliden Vertrauensbasis von größter Wichtigkeit sei, habe bisher gefehlt. Was nicht heißt, daß sie nicht nachgeholt oder nun in die Gespräche eingeführt werden kann. Die Ernennung von Kurienerzbischof Di Noia scheint auch diesbezüglich eine entscheidende Wende möglich zu machen, die von Papst Benedikt XVI. gewollt ist, nachdem die Gespräche am 13. Juni einen Knick erfuhren.

Es ist daran zu erinnern, daß es ein persönliches Gespräch zwischen Papst Benedikt XVI. und dem Generaloberen der Piusbruderschaft St. Pius X., Msgr. Fellay war, das im Sommer 2005, wenige Monate nach Beginn dieses Pontifikats, die schrittweise Annäherung zwischen Econe und Rom möglich machte, weil sie Vertrauen schuf.

Möglicherweise ist eine weitere solche direkte Intervention Benedikts XVI. notwendig, wie sie auch bereits die Ernennung von Di Noia darstellt. Vorerst ist die „allgemeine Erklärung“ der Piusbruderschaft nach dem Generalkapitel abzuwarten.

Auf einem anderen Blatt und doch in Zusammenhang steht eine ganz andere Frage: Wann wird Papst Benedikt XVI. wieder seine erste Heilige Messe öffentlich im Alten Ritus zelebrieren?
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What answer will the SSPX give to Rome? - A "It was nice, but no thanks", it may not have been
Last Saturday, 14July, the General House of the SSPX shortly after 17 clock announced at the end of the General Chapter that it will send "general declaration to Rome" regarding the reconciliation talks with Rome which would be published.

About the substance of the General Chapter so far only a few details are known. As the Swiss Catholic News Agency reported in Switzerland, the forbidding by Bishop Fellay of Bishop Richard Williamson from participating because of his "persistent disobedience" was confirmed by a large majority of the Order. Of 38 votes cast, 29 favoured the exclusion of Williamson with nine voting against. KIPA evaluates the vote as a significant strengthening of the position of Superior General and thus the efforts at reconciliation with Rome.

In this regard the Spanish progressive religious journalist, José Manuel Vidal wrote, referring to the Spanish superiors, that a reconciliation "definitely failed", since on the preamble sent from Rome on 13th of June to the SSPX was "unacceptable".

That a signature on the June preamble, which corresponds almost verbatim the preamble, as amended on September 2011, is probably impossible, Bishop Fellay had communicated to the then Prefect of the Congregation in Rome . As Vidal is the only one who dared to publish in these days, his message was picked up dozens of times by many journalists and blogs. It was said that on Sunday the declaration of the SSPX will be published. This is going to Rome to thank the Society for the discussions and the opportunity that was granted to her to explain her position, but at the same time would say a 'no' to reconciliation.

Pope Benedict XVI. visited yesterday, Sunday, the town of Frascati near Rome. The seat of the bishop is connected with the Cardinalate dignity of the Secretary of State, Cardinal Tarcisio Bertone. The Pope wanted in the context of partially wild rumours about tensions within the Roman Curia, intrigue and the Vatileaks scandal, to give a signal of solidarity with Cardinal Bertone. In his homily, the Pontiff referred in a special way to the Second Vatican Council . This was certainly no coincidence on the same day on which the response of the SSPX was expected. The Pope thought that it was worth emphasizing that the council "much to say" and had asked for a renewed reading of the documents, but also in a "new" way. A request, which was directed at progressives apparently as much as traditionalists, to "discover" the Council in light of tradition. To illustrate this relationship, Pope Benedict XVI called at the same time for reading of the catechism.


Meanwhile, it seems unlikely that the SSPX will end the years of theological conversations and then three quarters of a year of reconciliation talks with a simple "It was nice, but no, thanks". Too much has happened since the 13th June, which seemed to take a negative turn.

Cardinal Levada is no longer Prefect of the Congregation. Pope Benedict XVI appointed Curial Archbishop Di Noia as Vice-President of Ecclesia Dei, and thus apparently removed from the new prefect of faith, the former Bishop of Regensburg Mueller working responsibilities that were previously undertaken by Cardinal Levada.


Di Noia let it be known immediately of willingness to talk widely, stated at the end of June that an agreement was within reach and mobilized "his" Dominican order shortly before the General Chapter of the SSPX to pray for reconciliation. According to Catholic riposte, the advocates of reconciliation with the SSPX are divided within the Vatican into two groups. The American Curial Archbishop Di Noia is a member of the "Gherardinians". They represent the line of Monsignor Brunero Gherardini's position that passages disputed between Rome and Econe in the documents of Vatican II can, of course. be discussed. The theologians of the tradition can also open the discussion and conduct it in an open manner and if required the infallible magisterium eventually will resolve contentious issues. A solution "from below", so to speak, which takes for granted each natural development, as is characterised by the Church's history.

Against them the "Levadans" stand, named after the now retired Prefect of the CDF, seeking a solution "from above".They hold the disputed points of the council as untouchable, holding that the reality would be intolerable for the appearance of the church, if she were to have to admit that over a period of several decades an aberration was officially accepted.

Therefore, they try, to build over this possibly gaping vulnerability through an "acrobatic" ( Riposte Catholiquebridge) theory of continuity, burdening the whole question unnecessarily with the question of the binding nature and thus the question of the recognition of the entire council.

As the French website Riposte Catholique wrote that the negotiations since September 2011 obviously also hung up by the fact that they were conducted at a distance. There was no real negotiation discussions at which both sides were seated. Initially an informal but direct personal level was sought after an agreement rather than exchange of official documents. This personal dimension of the utmost importance to create a solid foundation of trust has been missing. This however does not mean that it cannot be recovered or to be imported into the talks. The appointment of Curial Archbishop Curia di Noia also appears in this regard to make a decisive change possible, which Pope Benedict XVI wanted, after the talks on 13 June resulted in something of a knot.

It should be pointed out that it is a personal meeting between Pope Benedict XVI and the Superior General of SSPX St. Pius X, Bishop Fellay that took place in the summer of 2005, a few months after the beginning of this pontificate, which made the gradual rapprochement between Rome and Econe possible, because it created confidence.

Perhaps another kind of direct intervention of Pope Benedict XVI necessary, as has already been seen in the appointment of Di Noia. For now, the "General Declaration" of the SSPX after the General Chapter is to be waited upon.

On another matter, and it is associated a different question: When will Pope Benedict XVI. again celebrate his first Mass in the Roman Rite in public?


Text: Giuseppe Nardi
Katholisches.info

     

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 Was wird die Piusbruderschaft Rom antworten? par Jean Kinzler  (2012-07-17 08:40:26)
      ‘Tous les passages disputés ne sont aucunement sacro-saints’ ?? par pamino  (2012-07-17 13:36:33)
          Correction par pamino  (2012-07-17 13:46:48)


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